FGL Beitrag im Hallo Radolfzell am 7.12.2017

Keine unsinnige, teure, neue Ortsumfahrung in Markelfingen

Rückblick:
Für das neue Baugebiet „Im Tal“ in Markelfingen bescheinigte seinerzeit ein Verkehrsgutachten, dass aufgrund der geringen Zunahme des zu erwartenden Verkehrs die bestehenden Zufahrtsmöglichkeiten vollkommen ausreichen. Zur Entlastung der Laurentiusstraße von neuen Durchgangsverkehr hielt das Gutachten eine weitere Anbindung des Baugebiets an die bestehende Kaltbrunnerstraße für sinnvoll. Dieses Gutachten war die Grundlage für die Zustimmung der FGL zu diesem Baugebiet. Nun verlangt der Ortschaftsrat von Markelfingen überraschend eine zusätzliche Entlastungsstraße, die im Flächennutzungsplan von 2005 nicht vorgesehen war. An diese Natur zerstörende Straße werden geradezu magische Entlastungserwartungen im Hinblick auf den Dorfkern geknüpft. Das Beispiel Böhringen zeigt wie überzogen solche Erwartungen sind: Es gibt dort drei Umgehungswege – und dennoch ist deutlich mehr als die Hälfte des Verkehrs auf der Hauptstraße Durchgangsverkehr. Unsere Vorhersage: Die Entlastung der Markelfinger Ortsmitte wird kaum spürbar sein, und zusätzlich entsteht eine viel befahrene Wohnstraße, denn an der sogenannten „Osttangente“ sollen nicht wenige Häuser stehen. Der Kreistag wollte diese Straße bereits durchwinken, erst die Intervention von Siegfried Lehmann sorgt nun für eine Beratung in den Radolfzeller Gremien.

Unsere Argumente gegen die „Osttangente“:
• Grundlage für den Standort „Im Tal“ war eine einfache und kostengünstige Erschließung ohne neue Straßen.
• Die „Osttangente“ hat für alle BürgerInnen negativ Folgen, denn es wird ein gewaltiger Lärmschutz nötig und ein Naherholungsraum abgeschnitten.
• Die bisherigen Kreisstraßen Kaltbrunner und Oberdorfstraße werden heruntergestuft mit Instandhaltung zu Ungunsten der Stadt Radolfzell.
• Der Verkehr in der Markelfinger Ortsdurchfahrt wird weiter zunehmen wegen der attraktiveren Durchfahrtsmöglichkeit Richtung Bodanrück (Schleichweg nach KN).
• Die Kosten für Grundstückskäufe, Planungen, Bau und Unterhalt der „Osttangente“ hat der Steuerzahler zu tragen. Eine erste Kostenschätzung geht von 1,4 Mio. Euro aus, Grunderwerb und Lärmschutz kommen dazu.
• Die Bauplätze „Im Tal“ verlieren an Wert, die neuen Bewohner müssen mit Lärm und verschandelter Aussicht leben.
• Das historische Orts- und Landschaftsbild wird durch die neue Straße verstellt.
• Den Satz von Ortsvorsteher Thum „diese Straße ist die Zukunft Markelfingens“ kann man auch so verstehen: Sie ist der erste Schritt zur Erschließung weiterer großflächiger Baugebiete in Richtung Konstanz, die in eine bisher unverstellte und sehr sensible Landschaft eingreifen. Profitieren werden davon wenige, verlieren werden viele.

Mit den besten Wünschen für die kommende Adventszeit und das neue Jahr!

Ihre FGL Radolfzell