FGL-Antrag an den Gemeinderat

Verbot von glyphosathhaltigen Herbiziden und Neonicotinoid-Instektiziden auf städtischen Flächen

Für den Erhalt der Artenvielfalt tragen auch Kommunen eine große Verantwortung. Siedlungsgebiete sind oft letzte Rückzugsorte für bedrohte Arten, die in der Agrarlandschaft keinen Lebensraum mehr finden. Wie verschiedene Studien eindrücklich belegen, schwinden in Deutschland und weltweit unersetzliche Arten wie Bienen und Insekten, die für das Ökosystem besonders wichtig sind, im dramatischen Umfang. Sie sind durch den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden stark gefährdet. Neben diesen Gefahren sind Menschen durch das Krebsrisiko, welches durch das Herbizid Glyphosat hervorgerufen wird, direkt betroffen. Glyphosat ist für Mensch und Umwelt höchst gefährlich. Die krebserregende Wirkung ist durch internationale Studien belegt…. Bundesweit über 90 Städte sind bereits ganz oder teilweise pestizidfrei, einige von ihnen sogar schon seit über 20 Jahren.

Diese Woche stellten wir für Radolfzell folgenden FGL-Antrag:
–Auszug–

1. Bei der Bewirtschaftung und der Pflege der städtischen Flächen der Stadt Radolfzell durch die städtischen Betriebe sowie durch private Unternehmen wird ab sofort der Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden und Neonicotinoid-Insektiziden verboten. Ausnahmegenehmigungen für die Anwendung solcher Mittel auf Nichtkulturflächen – falls diese bisher beantragt und genehmigt wurden – werden zukünftig bei den Landesbehörden nicht mehr beantragt.

2. Beim Abschluss neuer Pachtverträge für städtische landwirtschaftliche Flächen und Gärten und bei der Verlängerung von Pachtverträgen wird eine Klausel zum Verbot von glyphosathaltigen Herbiziden und Neonicotinoid-Insektiziden auf diesen Flächen eingefügt. Diese Vorgabe wird auch bei Verträgen umgesetzt, die eine automatische Verlängerung für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung erfolgt.

3. Gemeindliche Einrichtungen, die Informations- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit privater Gartenpflege erbringen, weisen nachdrücklich auf das geltende Verbot der Anwendung glyphosathaltiger Mittel auf befestigten Flächen hin und vermitteln den Zugang zu Informationsquellen hinsichtlich einer pestizidfreien Pflege von Haus- und Kleingärten

Die Stadt Radolfzell nimmt dieses Handeln zum Vorbild und möchte mit diesem Beschluss gemäß dem Vorsorgeprinzip ihrer Mitverantwortung für die Umwelt und den Gesundheitsschutz ihrer Bürgerinnen und Bürger gerecht werden.