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"Für
eine vorausschauende
Finanzpolitik, die schon bei der Planung die Kosten fest im
Blick hat"
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Siegfried
Lehmann |
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Im
Zentrum der städtischen Finanz- und Wirtschaftspolitik - gerade
in der sich immer stärker abzeichnenden Wirtschaftskrise -
muss der Gedanke der Nachhaltigkeit stehen. Wir wollen so haushalten,
dass den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft bleibt.
Oberste Ziele sind die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen
sowie die Entlastung der Umwelt durch die Förderung ökologischer
Wirtschaftsweisen und die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Die städtische Haushaltslage wird sich in den nächsten
Jahren zusehends schwieriger werden. Daher ist es notwendig, die
Ausgaben stärker unter den Gesichtspunkten zu betrachten: Welche
Qualität hat die erbrachte Dienstleistung für die BürgerInnen
und wie wirtschaftlich ist sie? Eine vorausschauende Finanzpolitik,
die bei Planungen die Folgekosten fest im Blick hat, ist unabdingbar
geworden. Die Kostenüberschreitungen bei den städtischen
Bauprojekten in den vergangen Jahren belegen, dass der Oberbürgermeister
und die Verwaltung endlich unseren ständigen Forderungen nach
mehr Kostentransparenz und Kostendisziplin nachkommen müssen.

Die Förderung von Existenzgründungen muss ein besonderes
Anliegen sein. Für die Ansiedlung von zukunftsgerechten und
umweltverträglichen Dienstleistungs- und Gewerbetrieben müssen
attraktive Angebote gemacht werden."
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"Wir
setzen uns ein für klare und messbare Klimaziele" |
Beate
Giesinger |
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"In
der Kulturpolitik müssen neue Akzente gesetzt werden"
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 Dr.
Klaus Ohnacker |

"Kultur
muss in Radolfzell einen hohen Stellenwert haben. Die Musikschule,
das Stadtmuseum, die Villa Bosch oder die Sommerakademie stehen
für eine gezielte Förderung kultureller Aktivitäten
in unserer Stadt.

Es ist richtig, dass Kultur gefördert wird, denn sie dient
der Bildung der Menschen. Die kulturelle Förderung ist allerdings
nicht breit und ausgewogen genug. Vor allem für junge Menschen
fehlen attraktive kulturelle Angebote. Kultur muss sich aber an
alle Altersgruppen richten und sie muss für alle Altersgruppen
zielgruppengerechte Konzepte anbieten. Daher müssen in der
Kulturpolitik neue Akzente gesetzt werden. Ein Kino- und Kulturzentrum
ist der erste Schritt.

Vor sechs Jahren wurden 49% unserer Stadtwerke an die Thüga
verkauft. Heute müssen wir diese Frage erneut diskutieren.
Denn der Besitzer der Thüga, der Energiekonzern EON, muss sich
von der Thüga trennen. Interessenten gibt es viele, unter anderem
der russische Gasriese Gazprom. Was aber passiert dann mit den Radolfzeller
Stadtwerken?

Wir wollen keine Energiekonzerne mehr mit im Boot haben. Daher werden
wir auch in Zukunft mit aller Kraft dafür eintreten, dass die
Stadtwerke zurück in kommunale Hand kommen. Die Stadtwerke
müssen sich wieder auf die Versorgung der BürgerInnen
mit Energie und Wasser sowie den Stadtbusbetrieb konzentrieren,
ohne an die Gewinnorientierung eines Konzernpartners gebunden zu
sein."

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"Wir
brauchen eine gute Baukultur und eine maßvolle Stadtentwicklung"
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Waltraud
Fuchs |
"Der Schutz
unserer Landschaft hat obersten Stellenwert. Flächen für
die Naherholung, ein herausragendes Merkmal unserer Lage am Bodensee
sind für alle, Mensch und Tier, zu erhalten.
Zentrale Aufgabe einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist die Innenentwicklung.
Nachverdichtung und Reaktivierung von Brachflächen muss Vorrang
vor neuem Flächenverbrauch haben. Wir setzen uns dafür
ein, den kommunalen Flächenverbrauch auf ein Viertel des heutigen
Verbrauchs pro Jahr zu reduzieren.

Stadtplanung in Radolfzell erfordert höhere Berücksichtigung
der direkten Lage am Bodensee und unseres Kleinods, der Altstadt.
Wir brauchen eine gute Baukultur, einen sensibleren Umgang mit der
historischen Bausubstanz und eine maßvolle Stadtentwicklung.
Wir fordern die schnelle Umsetzung der Gestaltungssatzung für
die Altstadt. Bausünden wie am Luisenplatz und auf dem Gerberplatz
darf es in Zukunft nicht mehr geben.

Um die Stadt näher an den See zu bringen bedarf es hoher Qualität
für das gesamte Areal. Wir sind für die Neugestaltung
des Bahnhofs und der Unterführung, aber nur in einem vertretbaren
finanziellen Rahmen.

Von der Karl-Wolf-Straße bis ins Herzengelände bedarf
es einer nachhaltigen und naturverträglichen Gestaltung der
Uferzone, ein Freihalten des Streuhaus und der anschließenden
Flächen bis zum Aachried von einer weiteren Bebauung."
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"Es
ist uns ein Anliegen, die historische Bausubstanz in den
Ortsteilen zu erhalten"
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Gerhard
Melchinger |

"Es ist uns
ein Anliegen, die Ortsteile in ihrem Ortsbild und ihrem Charakter
zu bewahren. Die meisten Ortsteile brauchen eine Gestaltungssatzung
oder eine sichernde Bauleitplanung, um den Bestand ihres dörflichen
Ortskerns zu sichern. Dies sollte mit den Ortschaftsräten und
dem Bauamt möglichst zügig umgesetzt werden. Wir unterstützen
Projekte wie die Sanierung des Torkels in Liggeringen, um die historische
Bausubstanz in den Ortsteilen zu erhalten.

Bauvorhaben, die geplant und beschlossen sind, sollten zügig
durchgeführt werden. Es darf nicht sein, dass beispielsweise
der Bau der Aussegnungshalle in Stahringen nur schleppend mit immer
wieder monatelangem Stillstand umgesetzt wird.

Um die Ortsteile vom Durchgangsverkehr zu entlasten, benötigen
wir einen Generalverkehrsplan und Pförtnerampeln am Ortseingang.
Maßnahmen zur Beschränkung der Geschwindigkeit in den Ortsdurchfahrten
müssen geprüft werden."
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"Wir
stärken Familien und die kulturelle Vielfalt"
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Zekine
Özdemir |

"Die Schaffung
von Betreuungsplätzen für 33% der Kinder unter drei Jahren
ist bis 2013 von jeder Kommune zu leisten. Radolfzell muss dringend
mit der Bereitstellung der fehlenden 165 Plätze beginnen.

Für unsere Stadt ist es uns wichtig, dass Kleinkinder sowohl
in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen betreut werden können.
Wir wehren uns gegen Fahrdienste in andere Ortsteile, um die Kleinsten
im Kindergarten unterzubringen. Sie sollen in ihrem sozialen Umfeld
mit vertrauten Personen aufwachsen können. Dabei sind ausreichende
Möglichkeiten der Ganztagsbetreuung unverzichtbar. Nur so lässt
sich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten.

Moderne Gesellschaften leben von der Vielfalt und der Fähigkeit
zur Integration. Unter Integration verstehen wir die Gleichstellung
und die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten,
Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Menschen ohne
Arbeit an ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen
Ressourcen unserer Stadt. Damit Integration gelingen kann, muss sie
bewusst geplant und konsequent umgesetzt werden. Dazu sollten die
ersten Schritte mit Betroffen, Fachpersonal und ehrenamtlichen Helfern
in den Foren für Integration und unter der Federführung
der Stadtverwaltung entwickelt werden. Dabei kann auf die städtische
Unterstützung der sozialen Dienste und der karitativen Einrichtungen
nicht verzichtet werden."
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"Wir
setzen uns ein für ein schlüssiges Verkehrskonzept"
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Thilo
Sindlinger |

"Einer unserer
wichtigsten politischen Grundsätze ist der sorgfältige Umgang
mit der See-Landschaft. Daher können neue Gewerbegebiete nur
seeabgewandt entstehen. Entlang der Straße nach Steißlingen
ist dies im Rahmen des Flächennutzungsplanes möglich. Gleichzeitig
muss aber sichergestellt sein, dass Reuteried, Böhringer Wäldchen
und Aachried durch einen Grüngürtel verbunden bleiben und
im Kämpfrain kein Gewerbegebiet entsteht.

Der Ausbau der Verkehrswege wird uns auch in den nächsten Jahren
beschäftigen. Für die Stadt brauchen wir dringend ein Gesamtverkehrskonzept,
das Fußgänger und Radfahrer stärker berücksichtigt.
Eine Öffnung der Teggingerstraße für den gegenläufigen
Verkehr lehnen wir ab.
Für Radwege gibt es immer wieder gute Ideen. Wir setzen uns dafür
ein, dass diese auch umgesetzt werden. Fahrradstraßen, in denen
Rad- und Kfz-Verkehr gleichberechtigt sind, gibt es in Radolfzell
noch nicht. In der Untertor-, der Scheffel- und der Gnadenseestraße
wäre dies problemlos möglich.

Zu einem guten Gesamtverkehrskonzept gehört auch ein durchgängiger
Halbstunden-Takt des Stadtbusses in die Ortsteile und die Einrichtung
eines Anrufsammeltaxis für die Abendstunden. Seit 15 Jahren fährt
der Seehas und noch immer fehlen Haltepunkte im Herzengebiet und bei
der Altbohlunterführung. Wir treten dafür ein, dass sie
endlich verwirklicht werden."
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"Mehr
Kreativität und ein konstruktives Miteinander"
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Gisela
Kögel-Hensen |

"Radolfzell
bietet mit seiner Lage am Untersee und seinen Naturschutzgebieten
eine Lebensqualität und Arbeitsbedingungen, wie sie nur selten
zu finden sind. Wir wollen die uns umgebenden wertvollen Naturräume
und Kulturlandschaften konsequent schützen. Diese Standortqualitäten
bieten aber auch große Möglichkeiten für unsere Zukunft.
Sie gilt es als Markenzeichen auszubauen. Entwickeln wir den Untersee
zur Modellregion für den sanften Tourismus und machen Radolfzell
zu dessen Mittelpunkt!

Die 25. Deutsche Tourismusanalyse vermeldet im März dieses Jahres
"ein Comeback des Deutschlandtourismus". Hier liegen für
uns große Chancen, vor allem im Natur-, Rad-, Wander- und Gesundheitstourismus:
von Radolfzell aus sollten wir verstärkt in der Unterseeregion
gemeinsame Angebote hierzu entwickeln, darin eingebettet Städte-
und Kulturtourismus mit historischer Dimension. Mehr Kreativität
und ein konstruktives Miteinander sind gefragt, insbesondere auch
bei einem ökologisch verträglichen Tourismus. Wir treten
daher dafür ein, dass Radolfzell, als größte Stadt
am Untersee, sich stärker in "Tourismus Untersee" einbringt
und in Zukunft dort eine gewichtigere Rolle spielt.

50 Jahre Mettnaukur! Der Kurbetrieb ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
und Arbeitgeber in unserer Stadt. Es gilt ihn zu stärken und
an die gewandelten Anforderungen der Gäste zukunftssicher neu
auszurichten."
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