Unser Programm:

"Für eine vorausschauende
Finanzpolitik, die schon bei der Planung die Kosten fest im Blick hat"
Siegfried Lehmann


Im Zentrum der städtischen Finanz- und Wirtschaftspolitik - gerade in der sich immer stärker abzeichnenden Wirtschaftskrise - muss der Gedanke der Nachhaltigkeit stehen. Wir wollen so haushalten, dass den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft bleibt. Oberste Ziele sind die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Entlastung der Umwelt durch die Förderung ökologischer Wirtschaftsweisen und die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Die städtische Haushaltslage wird sich in den nächsten Jahren zusehends schwieriger werden. Daher ist es notwendig, die Ausgaben stärker unter den Gesichtspunkten zu betrachten: Welche Qualität hat die erbrachte Dienstleistung für die BürgerInnen und wie wirtschaftlich ist sie? Eine vorausschauende Finanzpolitik, die bei Planungen die Folgekosten fest im Blick hat, ist unabdingbar geworden. Die Kostenüberschreitungen bei den städtischen Bauprojekten in den vergangen Jahren belegen, dass der Oberbürgermeister und die Verwaltung endlich unseren ständigen Forderungen nach mehr Kostentransparenz und Kostendisziplin nachkommen müssen.

Die Förderung von Existenzgründungen muss ein besonderes Anliegen sein. Für die Ansiedlung von zukunftsgerechten und umweltverträglichen Dienstleistungs- und Gewerbetrieben müssen attraktive Angebote gemacht werden."

"Wir setzen uns ein für klare und messbare Klimaziele"
Beate Giesinger


„Wir "setzen uns für messbare und klare Klimaziele ebenso ein wie für eine nachhaltige Energiewende. Ziel ist eine deutliche Senkung des CO2-Ausstosses. Das Energiemanagement für die öffentlichen Gebäude in Radolfzell muss konsequent ausgerichtet sein an Energieeinsparung, an Effizienz und am Einsatz erneuerbaren Energien. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 den Energieverbrauch auf 2000 Watt Dauerleistung pro Einwohner zu reduzieren und den Energiebedarf zu drei Vierteln aus erneuerbaren Energiequellen zu decken, wie dies im vergangen Jahr in Zürich beschlossen wurde.


Wir setzen uns zur Förderung von Nahwärmenetzen - insbesondere im Altbaubestand - für ein städtisches Förderprogramm ein und werden bei der Kläranlage, die derzeit der größte städtische Stromverbraucher ist, auf eine effiziente energetische Sanierung und 100%-tige Nutzung des Klärgases drängen.

Landschaft und Ernährung werden von der Gentechnik bedroht. Gentechnik ist nicht eingrenzbar und nicht rückholbar, ihre gesundheitlichen Folgen sind unerforscht. Daher fordern wir den Ausschluss genveränderter Pflanzen auf Radolfzeller Gemarkung und den Vorzug regionaler, gentechnikfreier Lebensmittel in Einrichtungen und bei Veranstaltungen der Stadt."

"In der Kulturpolitik müssen neue Akzente gesetzt werden"
Dr. Klaus Ohnacker

"Kultur muss in Radolfzell einen hohen Stellenwert haben. Die Musikschule, das Stadtmuseum, die Villa Bosch oder die Sommerakademie stehen für eine gezielte Förderung kultureller Aktivitäten in unserer Stadt.

Es ist richtig, dass Kultur gefördert wird, denn sie dient der Bildung der Menschen. Die kulturelle Förderung ist allerdings nicht breit und ausgewogen genug. Vor allem für junge Menschen fehlen attraktive kulturelle Angebote. Kultur muss sich aber an alle Altersgruppen richten und sie muss für alle Altersgruppen zielgruppengerechte Konzepte anbieten. Daher müssen in der Kulturpolitik neue Akzente gesetzt werden. Ein Kino- und Kulturzentrum ist der erste Schritt.

Vor sechs Jahren wurden 49% unserer Stadtwerke an die Thüga verkauft. Heute müssen wir diese Frage erneut diskutieren. Denn der Besitzer der Thüga, der Energiekonzern EON, muss sich von der Thüga trennen. Interessenten gibt es viele, unter anderem der russische Gasriese Gazprom. Was aber passiert dann mit den Radolfzeller Stadtwerken?

Wir wollen keine Energiekonzerne mehr mit im Boot haben. Daher werden wir auch in Zukunft mit aller Kraft dafür eintreten, dass die Stadtwerke zurück in kommunale Hand kommen. Die Stadtwerke müssen sich wieder auf die Versorgung der BürgerInnen mit Energie und Wasser sowie den Stadtbusbetrieb konzentrieren, ohne an die Gewinnorientierung eines Konzernpartners gebunden zu sein."

"Wir brauchen eine gute Baukultur und eine maßvolle Stadtentwicklung"

Waltraud Fuchs

"Der Schutz unserer Landschaft hat obersten Stellenwert. Flächen für die Naherholung, ein herausragendes Merkmal unserer Lage am Bodensee sind für alle, Mensch und Tier, zu erhalten.
Zentrale Aufgabe einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist die Innenentwicklung. Nachverdichtung und Reaktivierung von Brachflächen muss Vorrang vor neuem Flächenverbrauch haben. Wir setzen uns dafür ein, den kommunalen Flächenverbrauch auf ein Viertel des heutigen Verbrauchs pro Jahr zu reduzieren.


Stadtplanung in Radolfzell erfordert höhere Berücksichtigung der direkten Lage am Bodensee und unseres Kleinods, der Altstadt. Wir brauchen eine gute Baukultur, einen sensibleren Umgang mit der historischen Bausubstanz und eine maßvolle Stadtentwicklung. Wir fordern die schnelle Umsetzung der Gestaltungssatzung für die Altstadt. Bausünden wie am Luisenplatz und auf dem Gerberplatz darf es in Zukunft nicht mehr geben.


Um die Stadt näher an den See zu bringen bedarf es hoher Qualität für das gesamte Areal. Wir sind für die Neugestaltung des Bahnhofs und der Unterführung, aber nur in einem vertretbaren finanziellen Rahmen.


Von der Karl-Wolf-Straße bis ins Herzengelände bedarf es einer nachhaltigen und naturverträglichen Gestaltung der Uferzone, ein Freihalten des Streuhaus und der anschließenden Flächen bis zum Aachried von einer weiteren Bebauung."

"Es ist uns ein Anliegen, die historische Bausubstanz in den Ortsteilen zu erhalten"

Gerhard Melchinger

"Es ist uns ein Anliegen, die Ortsteile in ihrem Ortsbild und ihrem Charakter zu bewahren. Die meisten Ortsteile brauchen eine Gestaltungssatzung oder eine sichernde Bauleitplanung, um den Bestand ihres dörflichen Ortskerns zu sichern. Dies sollte mit den Ortschaftsräten und dem Bauamt möglichst zügig umgesetzt werden. Wir unterstützen Projekte wie die Sanierung des Torkels in Liggeringen, um die historische Bausubstanz in den Ortsteilen zu erhalten.

Bauvorhaben, die geplant und beschlossen sind, sollten zügig durchgeführt werden. Es darf nicht sein, dass beispielsweise der Bau der Aussegnungshalle in Stahringen nur schleppend mit immer wieder monatelangem Stillstand umgesetzt wird.


Um die Ortsteile vom Durchgangsverkehr zu entlasten, benötigen wir einen Generalverkehrsplan und Pförtnerampeln am Ortseingang. Maßnahmen zur Beschränkung der Geschwindigkeit in den Ortsdurchfahrten müssen geprüft werden."

"Wir stärken Familien und die kulturelle Vielfalt"

Zekine Özdemir

"Die Schaffung von Betreuungsplätzen für 33% der Kinder unter drei Jahren ist bis 2013 von jeder Kommune zu leisten. Radolfzell muss dringend mit der Bereitstellung der fehlenden 165 Plätze beginnen.

Für unsere Stadt ist es uns wichtig, dass Kleinkinder sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen betreut werden können. Wir wehren uns gegen Fahrdienste in andere Ortsteile, um die Kleinsten im Kindergarten unterzubringen. Sie sollen in ihrem sozialen Umfeld mit vertrauten Personen aufwachsen können. Dabei sind ausreichende Möglichkeiten der Ganztagsbetreuung unverzichtbar. Nur so lässt sich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten.


Moderne Gesellschaften leben von der Vielfalt und der Fähigkeit zur Integration. Unter Integration verstehen wir die Gleichstellung und die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Menschen ohne Arbeit an ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Ressourcen unserer Stadt. Damit Integration gelingen kann, muss sie bewusst geplant und konsequent umgesetzt werden. Dazu sollten die ersten Schritte mit Betroffen, Fachpersonal und ehrenamtlichen Helfern in den Foren für Integration und unter der Federführung der Stadtverwaltung entwickelt werden. Dabei kann auf die städtische Unterstützung der sozialen Dienste und der karitativen Einrichtungen nicht verzichtet werden."

"Wir setzen uns ein für ein schlüssiges Verkehrskonzept"

Thilo Sindlinger

"Einer unserer wichtigsten politischen Grundsätze ist der sorgfältige Umgang mit der See-Landschaft. Daher können neue Gewerbegebiete nur seeabgewandt entstehen. Entlang der Straße nach Steißlingen ist dies im Rahmen des Flächennutzungsplanes möglich. Gleichzeitig muss aber sichergestellt sein, dass Reuteried, Böhringer Wäldchen und Aachried durch einen Grüngürtel verbunden bleiben und im Kämpfrain kein Gewerbegebiet entsteht.

Der Ausbau der Verkehrswege wird uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen. Für die Stadt brauchen wir dringend ein Gesamtverkehrskonzept, das Fußgänger und Radfahrer stärker berücksichtigt. Eine Öffnung der Teggingerstraße für den gegenläufigen Verkehr lehnen wir ab.
Für Radwege gibt es immer wieder gute Ideen. Wir setzen uns dafür ein, dass diese auch umgesetzt werden. Fahrradstraßen, in denen Rad- und Kfz-Verkehr gleichberechtigt sind, gibt es in Radolfzell noch nicht. In der Untertor-, der Scheffel- und der Gnadenseestraße wäre dies problemlos möglich.


Zu einem guten Gesamtverkehrskonzept gehört auch ein durchgängiger Halbstunden-Takt des Stadtbusses in die Ortsteile und die Einrichtung eines Anrufsammeltaxis für die Abendstunden. Seit 15 Jahren fährt der Seehas und noch immer fehlen Haltepunkte im Herzengebiet und bei der Altbohlunterführung. Wir treten dafür ein, dass sie endlich verwirklicht werden."

"Mehr Kreativität und ein konstruktives Miteinander"

Gisela Kögel-Hensen

"Radolfzell bietet mit seiner Lage am Untersee und seinen Naturschutzgebieten eine Lebensqualität und Arbeitsbedingungen, wie sie nur selten zu finden sind. Wir wollen die uns umgebenden wertvollen Naturräume und Kulturlandschaften konsequent schützen. Diese Standortqualitäten bieten aber auch große Möglichkeiten für unsere Zukunft. Sie gilt es als Markenzeichen auszubauen. Entwickeln wir den Untersee zur Modellregion für den sanften Tourismus und machen Radolfzell zu dessen Mittelpunkt!

Die 25. Deutsche Tourismusanalyse vermeldet im März dieses Jahres "ein Comeback des Deutschlandtourismus". Hier liegen für uns große Chancen, vor allem im Natur-, Rad-, Wander- und Gesundheitstourismus: von Radolfzell aus sollten wir verstärkt in der Unterseeregion gemeinsame Angebote hierzu entwickeln, darin eingebettet Städte- und Kulturtourismus mit historischer Dimension. Mehr Kreativität und ein konstruktives Miteinander sind gefragt, insbesondere auch bei einem ökologisch verträglichen Tourismus. Wir treten daher dafür ein, dass Radolfzell, als größte Stadt am Untersee, sich stärker in "Tourismus Untersee" einbringt und in Zukunft dort eine gewichtigere Rolle spielt.


50 Jahre Mettnaukur! Der Kurbetrieb ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in unserer Stadt. Es gilt ihn zu stärken und an die gewandelten Anforderungen der Gäste zukunftssicher neu auszurichten."


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